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MEDAS-Stelle - Medizinische Begutachtungen

Begutachtungsprozess

Im Bereich der Invalidenversicherung (IV)

  1. Die IV-Stelle ordnet die Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung an.
  2. Über die Plattform SuisseMED@P wird eine Gutachterstelle nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, die alle erforderlichen Kriterien erfüllt (freie Kapazitäten in den von der IV-Stelle vorgegebenen Fachdisziplinen; Gutachtenssprache).
  3. Die IV-Stelle stellt der ausgewählten Gutachterstelle das Aktendossier der versicherten Person per Post zu.
  4. Nach Sichtung der Akten plant die Gutachterstelle die Begutachtung. Sie hat die Möglichkeit, weitere Fachdisziplinen hinzuzufügen. Sie gibt der IV-Stelle via SuisseMED@P die Namen der Gutachterinnen und Gutachter sowie die Untersuchungstermine bekannt.
  5. Die IV-Stelle gibt der versicherten Person die Gutachterstelle sowie Namen der Gutachterinnen und Gutachter bekannt. Die versicherte Person kann innert einer Frist von 10 Tagen triftige Einwendungen gegen eine oder mehrere der vorgesehenen Gutachterinnen und Gutachter erheben.
  6. Die Gutachterstelle gibt der versicherten Person Ort, Datum und weitere Informationen zur Begutachtung bekannt. Allfällige Terminverschiebungen erfolgen direkt zwischen der versicherten Person und der Gutachterstelle.
  7. Die einzelnen Teilgutachter verfassen nach Untersuchung der versicherten Person je ein Teilgutachten.
  8. Die Hauptgutachterin bzw. der Hauptgutachter erstellt in Würdigung aller Teilgutachten ein Gesamtgutachten. Dieses wird nach Erreichen eines Konsens von allen Gutachtern unterzeichnet.
  9. Die Gutachterstelle schickt der IV-Stelle das Gesamtgutachten.

Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung (UVG), der Militärversicherung und anderer Sozialversicherungen

  1. Will die Sozialversicherung ein Gutachten bestellen, so gibt sie der versicherten Person die vorgesehene Gutachterstelle und die Namen der Gutachterinnen und Gutachter bekannt.
  2. Die versicherte Person kann die einzelnen Gutachterinnen und Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und kann Gegenvorschläge machen.
  3. Die Gutachterstelle gibt der versicherten Person Ort, Datum und weitere Informationen zur Begutachtung bekannt. Allfällige Terminverschiebungen erfolgen direkt zwischen der versicherten Person und der Gutachterstelle.
  4. Die einzelnen Teilgutachter verfassen nach Untersuchung der versicherten Person je ein Teilgutachten.
  5. Die Hauptgutachterin bzw. der Hauptgutachter erstellt in Würdigung aller Teilgutachten ein Gesamtgutachten. Dieses wird nach Erreichen eines Konsens von allen Gutachtern unterzeichnet.
  6. Die Gutachterstelle schickt der auftraggebenden Sozialversicherung das Gesamtgutachten.

Andere Auftraggeberinnen

  1. Im Bereich anderer Rechtsgebiete (Privatversicherungsrecht, Haftpflichtrecht) müssen sich Versicherer und zu begutachtende Person in der Regel über die Gutachterstelle einigen.
  2. Bei Privatversicherungen nach Versicherungsvertragsgesetz (VVG) sind die Modalitäten der Gutachtensbestellung regelmässig in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelt.
  3. Im Übrigen verläuft der Begutachtungsprozess gleich wie im Bereich der Sozialversicherungen.